Washington State ist nach Kalifornien der zweitgrößte Weinbaustaat der USA — und Château Ste. Michelle eines seiner bekanntesten Häuser. Der Cabernet Sauvignon aus dem Columbia Valley zeigt dunkle Frucht, Gewürz und Eichenholz, dazu ein rundes Tannin. Ein Rotwein für den Abend, an dem etwas vom Grill kommt. Unkompliziert, aber mit Statur.
Château Ste. Michelle keltert im Columbia Valley im Osten von Washington State. Die amerikanische Herkunftsbezeichnung heißt AVA — American Viticultural Area — und weist das Anbaugebiet aus; das Columbia Valley ist die größte davon im Nordwesten der USA. Grundlage sind Cabernet Sauvignon und ein Anteil Merlot.
Sattes Dunkelrot steht im Glas. In der Nase dunkle Kirsche und Pflaume, dazu Gewürznelke, Vanille und Eichenholz. Am Gaumen rund und zugänglich, mit weichem Tannin, ruhiger Säure und einem angenehm langen Abgang. Dreizehneinhalb Prozent geben ihm Wärme, ohne ihn schwer zu machen. Ein Wein, der nichts verlangt und trotzdem etwas zu sagen hat.
Ein Steak oder ein Burger vom Grill sind seine Sache, dazu Braten, Wild und gereifter Käse. Gegen Rauch und Marinade setzt er sich gut durch. Wer mag, gibt ihm eine halbe Stunde Luft; nötig ist das nicht, er ist von Anfang an offen und gesellig. In größerer Runde findet ihn kaum jemand kompliziert.
Gut bemessen für einen Abend zu zweit ist die 0,75-Liter-Flasche. Trinkreif ist er jetzt und bleibt es einige Jahre. Man könnte ihn also liegen lassen. Bei einem Wein, der so unkompliziert Freude macht, passiert das aber selten.