Es gibt Rosé zum Wegtrinken und Rosé zum Hinsehen — der Clos Mireille gehört eindeutig zur zweiten Sorte. Zartes Lachsrosa, Pfirsich und rosa Grapefruit in der Nase, dazu eine salzige Note, die vom Meer erzählt. Selbst die Flasche mit ihrer amphorenartigen Silhouette macht klar, dass hier jemand Anspruch hat.
Domaines Ott bewirtschaftet den Clos Mireille bei La Londe-les-Maures in der Provence, in unmittelbarer Nähe zum Mittelmeer; das Gut ist biologisch zertifiziert (FR-BIO-01). Der Wein trägt die Klassifikation Côtes de Provence La Londe AOP — Appellation d’Origine Protégée, die geschützte Herkunftsbezeichnung dieser Küstenzone. Die Cuvée besteht aus Grenache, Cinsault und Rolle.
Zartes Lachsrosa steht im Glas. In der Nase fein nuanciert: Pfirsich, weißer Tee, rosa Grapefruit und eine salzige Meeresnote. Der Ausbau erfolgt im Stahltank, damit die Frucht klar und präzise bleibt. Am Gaumen seidig und geschliffen, mit einer fast kristallinen Struktur; die mineralische Frische kommt aus der Nähe zur Küste, die Säure balanciert die feinen Fruchtaromen aus.
Feine Fischgerichte sind seine Bühne, dazu gegrillter Hummer, Jakobsmuscheln und mediterrane Vorspeisen wie Burrata mit Tomate. Auch zu Sushi und zu vegetarischen Gerichten mit Fenchel und Zitrus macht er sich hervorragend. Bei acht bis zehn Grad gekühlt servieren.
Sommer heißt bei diesem Wein nicht automatisch klein: Es gibt ihn von der 0,75-Liter-Flasche über die Magnum bis zum Jeroboam mit drei Litern. Trinkreif ist er jetzt, mit erstaunlicher Haltbarkeit für einen Rosé. Man könnte ihn also durchaus ein Jahr liegen lassen. Nur ist die Provence im Glas selten etwas, worauf man freiwillig wartet.