Zum 160. Geburtstag hat sich das älteste Weingut Kalabriens selbst ein Geschenk gemacht: eine Jubiläums-Cuvée aus reinem Gaglioppo, bei der ein Teil der Trauben einen Monat auf Matten trocknet — Appassimento auf Kalabrisch. Unterholz, Veilchen, Rosinen und süße Gewürze: ein Wein mit Geschichte und Gewicht.
Ippolito 1845 keltert in Cirò Marina an der Ostküste Kalabriens. Der 160 Anni trägt die Klassifikation Calabria IGT — Indicazione Geografica Tipica, die geografische Angabe der Region. Gekeltert wird reinsortig aus der autochthonen Sorte Gaglioppo; ein Teil der Trauben trocknet nach der Appassimento-Methode, danach reift der Wein ein Jahr in Eichenfässern.
Tiefes Rubinrot füllt das Glas. Das Bouquet ist verführerisch: Unterholz, Veilchen, Rosinen und süße Gewürze, konzentriert durch die getrockneten Trauben. Am Gaumen komplex, mit delikater Textur und reifen Fruchtnoten; die Tannine sind präsent, aber gut eingebunden. Fünfzehn Prozent geben ihm Wärme, die Struktur hält dagegen — der Abgang ist lang und gewichtig.
Schmorgerichte und Braten sind seine Liga, dazu Wild und würziger, gereifter Käse. Bei sechzehn bis achtzehn Grad servieren, gern mit etwas Luft. Ein Wein für den späten Abend, an dem das Gespräch wichtiger wird als die Uhr.
Gefeiert wird standesgemäß: neben der 0,75-Liter-Flasche gibt es ihn als Magnum und sogar als Impériale mit sechs Litern. Trinkreif ist er jetzt und altert würdevoll. Man könnte ihn zum nächsten Jubiläum aufheben. 160 Jahre Wartezeit muss aber niemand wiederholen.